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Galleri Guddal - Zeitgenössische Kunst in einer norwegischen Scheune

Fünf Kilometer von Rosendal führt die Straße hinauf in ein enges Tal voller Birken. Ein Schild erwähnt eine Galerie — verrät aber nicht, was dort oben wartet.

Guddalstunet. Über tausend Jahre alt. Einer der letzten Klyngetun Norwegens — einst standen hier 54 Gebäude eng um einen gemeinsamen Hof.

Hinter der alten Scheunentür öffnet sich ein anderer Raum. Weiße Wände, doppelte Deckenhöhe und zeitgenössische Kunst von nationalem Rang.

Kunst für alle, sagen sie hier. Nicht als Slogan — als eine Art, eine Galerie zu führen.

Galerie, Laden, Café — und ein Hof zum Herumstreifen. Jemand hat dafür gesorgt, dass man bleiben möchte.

Es sieht aus wie eine alte Scheune auf einem Berghof. Doch hinter der Tür hängen Werke von Pushwagner, Ørnulf Opdahl und einigen der bekanntesten Gegenwartskünstler Norwegens. Galleri Guddal in Hardanger macht die Überraschung zum Teil des Erlebnisses.

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Hinter der Scheunentür

Galleri Guddal liegt nicht dort, wo man eine Galerie erwartet. Rund zwei Autostunden südlich von Bergen, in einem kleinen Tal in der Gemeinde Kvinnherad, ist die Galerie in eine alte Scheune auf dem Familienhof Guddalstunet eingebaut. Ein Schild am Straßenrand ist oft der einzige Hinweis.

— Von außen sieht man nicht, dass es eine Galerie ist, sagt Leiterin Amalie Røstbø, die im nahen Uskedal aufgewachsen ist und im Januar 2026 die Leitung übernahm. — Die Leute erwarten das nicht. Sie sehen von außen eine alte Scheune — und dann öffnet sich der Raum. Diese Überraschung ist Teil des Erlebnisses.

Es ist der Kontrast, der den Eindruck macht — die stille Landschaft draußen und der Galerieraum, der sich drinnen entfaltet. Hier hat die Kunst den Platz und die Ruhe, die nur wenige Stadtgalerien bieten können.

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Ein tausendjähriger Hof

Guddalstunet ist einer der wenigen verbliebenen Klyngetun in Norwegen — ein traditioneller Hoftyp, bei dem mehrere Gebäude dicht an dicht um einen gemeinsamen Platz standen. Vor 1900 gab es hier oben neun Höfe und 54 Gebäude. Als der Klyngetun aufgelöst wurde, zogen die anderen Höfe ins Tal hinunter — doch dieser blieb. Der Hof gehörte bis 1930 dem Baroniet Rosendal, einer Baronie aus dem 17. Jahrhundert mit Renaissancegärten.

Es waren Johannes und Kirsten Guddal, die den kulturellen Betrieb auf dem Hof begannen. Sie restaurierten die alten Gebäude, öffneten für Besucher und bauten einen Ruf für Gastfreundschaft auf, der weit über das Dorf hinausreichte. 2009 übernahm Gøril Guddal den Hof. Gemeinsam mit dem Architekten Sven Gundersen baute sie die Hauptscheune zu einem modernen Galerieraum um, und 2014 eröffnete Galleri G Guddal. Heute hat sich die 14. Generation auf dem Hof niedergelassen.

— Hier bekommt man norwegisches Kulturerbe gemischt mit norwegischer Gegenwartskunst, sagt Amalie. — In einem wunderbaren Paket, eigentlich.

1993 erhielt der Hof die Olavsrosa — Norwegens nationale Auszeichnung für Orte, die kulturelles Erbe bewahren und vermitteln.

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Zeitgenössische Kunst von nationalem Rang

Die Galerie hat im Laufe der Jahre Werke einiger der renommiertesten Gegenwartskünstler Norwegens ausgestellt. Pushwagner, der international bekannte Pop-Art-Künstler, gehört zu den Namen, die hier gezeigt wurden. Im Sommer 2026 präsentierte die Galerie ganz neue Werke von Ørnulf Opdahl — einem der bedeutendsten Landschaftsmaler des Landes, bekannt für seine atmosphärischen Darstellungen der norwegischen Küste.

Amalie, die neben der Galerieleitung einen Master in Kunstgeschichte absolviert, hat einen Hintergrund in Journalismus und Kunstvermittlung. Ihr ist wichtig, dass die Schwelle niedrig bleibt.

— Es ist Prestige, aber Kunst ist für alle, sagt sie. — Kunst zu vermitteln und allgemein zugänglich zu machen — das ist es, was ich hier möchte.

Eine Galerie von nationalem Gewicht zu übernehmen, war nicht geplant. Aber als Gøril Guddal sich zur Ruhe setzen wollte und sich meldete, kam die Antwort schnell.

— Es war keine besonders schwere Entscheidung, sagt Amalie. Sie kann hier alles selbst machen — Kuratierung, Ankäufe, Marketing, Vermittlung. — In einem Museum hätte ich eine Aufgabe bekommen und mich daran halten müssen. Hier kann ich alles machen.

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Was gibt es im Galleri Guddal

Jede Saison kuratiert die Galerie neue Ausstellungen mit norwegischen Gegenwartskünstlern. 2026 haben unter anderem Axel Vindenes, Ingrid Haukelidsæter und Ørnulf Opdahl hier ausgestellt.

Kunstgespräche, Vorträge und Malkurse finden während der gesamten Saison statt. Im Spätherbst zeigt die Galerie eine Weihnachtsausstellung mit Grafik, Glas und Keramik. Aktuelle Ausstellungen und Veranstaltungen unter galleriguddal.no.

— Ich hoffe, dass wir über die Ausstellungen hinaus mehr Aktivität auf dem Hof schaffen können, sagt Amalie.

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Mehr als eine Galerie

Im Galerieladen finden sich Arbeiten von 114 Künstlern — Malerei, Skulpturen, Glas, Schmuck, Kunstbücher und Textilien. Das Café in einem traditionellen westländischen Haus von 1871 serviert Kaffee, Gebäck und warme Speisen während der Öffnungszeiten. Guddalstunet hat zudem zwei Gästezimmer für alle, die etwas länger bleiben möchten. Der Hof kann auch für Veranstaltungen mit bis zu 100 Gästen gemietet werden.

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In der Nähe

Wer Galleri Guddal besucht und weiter erkunden möchte, muss nicht weit reisen. Amalie empfiehlt, bis zum Ende des Uskedalen zu fahren — nur eine kurze Fahrt von Guddal entfernt.

— Dort gibt es einen wunderschönen See, Fjellandsbøvatnet. Man kann angeln, sowohl kurze als auch längere Wanderungen machen, und dort liegt ein alter Hof, eingebettet in die Berge.

— Es ist so ruhig dort oben. Ein wunderbarer Ort, sagt sie.

Rosendal liegt nur fünf Kilometer entfernt — mit dem Baroniet Rosendal, elektrischen Bootstouren zur Salmon-Eye-Installation und einem Tag in Rosendal.

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WUSSTEN SIE?

Der Hof wird in den Sagas von Snorre Sturlason erwähnt — dem mittelalterlichen isländischen Chronisten — und am Rand des Hofes liegt eine Wikingergrabstätte, die als unberührt gilt.

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